2:3-Pleite im zweiten Anlauf

Zwei Torschützen auf einem Bild: Für Morbach erzielte Marcel Schultheis (rotes Trikot) das zwischenzeitliche 1:3, für Mendig traf Nikolas Groß zum 2:3-Endstand.
Der SV Eintracht Mendig scheiterte auch am zweiten Anlauf gegen die FV Morbach und verlor mit 2:3. Eine umstrittene Freistoß-Entscheidung zum 1:2 erhitzte dabei die Gemüter und war laut SV-Trainer Damir Mrkalj die Schlüsselszene der Partie.
Von „Wünsch dir was“ war das Nachholspiel der Fußball-Rheinlandliga zwischen dem SV Eintracht Mendig und der FV Morbach relativ weit entfernt – zumindest dann, wenn man die Perspektive von Mendigs Coach Damir Mrkalj einnimmt. Der hatte nicht nur auf zwei seiner drei Fragezeichen verzichten müssen, weder Dama Kanoute noch Pascal Zimmer hatten zur Verfügung gestanden, sondern musste auch eine durchaus bittere 2:3-Niederlage hinnehmen. Da dürfte die Tatsache, dass mit Laubach ein direkter Konkurrent im Tabellenkeller zeitgleich ebenfalls mit 0:3 zu Hause gegen den VfB Linz verloren hatte, nur in geringem Maß für bessere Laune gesorgt haben.
Zustandekommen des 1:2 erhitzt die Gemüter
„Mir tut es vor allem für die Jungs leid“, sagte der Mendiger Trainer, aus dessen Sicht die Niederlage durchaus vermeidbar gewesen wäre. Die Schlüsselszene der Partie spielte sich seiner Ansicht nach vor dem Morbacher Führungstreffer zum 1:2 ab. Da hatte Noah Lorenz einen Freistoß schnell ausgeführt, der Ball war dann von rechts außen auf Sebastian Schell gespielt worden, der keine Mühe hatte, ihn aus kurzer Distanz am zweiten Pfosten über die Linie zu drücken (55.). Schlüsselszene deswegen, weil der Freistoß in seiner Entstehung für Diskussionen gesorgt hatte: Nach einem Zweikampf an der Außenlinie hatte sich Lorenz fallen lassen und den Ball daraufhin in die Hand genommen. „Allerdings ist der Pfiff erst danach ertönt“, so Mrkalj, der, genau wie seine gesamte Hintermannschaft, davon ausgegangen war, dass der Unparteiische, der sich vor allem dadurch auszeichnete, keine klare Linie zu haben, auf Handspiel und Freistoß für sein Team entscheiden würde – zumal kurz zuvor eine ähnliche Szene, bei der Mendigs Brice Mitel gefallen war, nicht zugunsten der Gastgeber gewertet worden war. In dem Fall schon. Statt Freistoß wegen Handspiels gab’s Freistoß wegen eines Fouls, „das keins war“, wie es der SV-Trainer bewertete.
Die Gäste jedenfalls machten es clever, nutzten die Unsortiertheit in der Mendiger Defensive und drehten die Partie. „Verdient“, fand Morbachs Trainer Philipp Frank, der seine Mannschaft schon in den ersten 45 Minuten als die bessere angesehen hatte. Das war sie auch, ohne Frage. „Allerdings war das ein Stück weit gewollt, wir wollten ihnen den Ball lassen“, so Mrkalj. Und die Gäste hatten in Hälfte eins viel den Ball, ließen den auch gefällig durch die eigenen Reihen zirkulieren, entwickelten aber nicht den letzten Zug zum Tor. „Das hat uns tatsächlich gefehlt, da waren wir im letzten Drittel noch zu unpräzise“, sagt auch Frank.
Gegentreffer zum 1:1 fällt zu ungünstigem Zeitpunkt
Wie Präzision geht, zeigten die Hausherren mit einer ihrer wenigen Offensivaktionen. Nach einem Freistoß von Niklas Heinemann aus dem rechten Halbfeld war Kodai Stalph per Kopf zur Stelle und ließ die Männer in Schwarz und Weiß jubeln (17.). Verdient? Eher glücklich, aber eben das, was Mendig in die Karten spielte. Die agierten in der Folge noch defensiver, versuchten, die Räume kompakt zu halten – und schafften das bis zur 45. Minute gut, ehe eine Ecke nicht mit letzter Konsequenz geklärt werden konnte, der Ball per Kopf noch einmal auf den Fünfer gebracht wurde, wo Lorenz aus kurzer Distanz einnicken konnte. „Ärgerlicher Zeitpunkt“, befand Mrkalj, dessen Team sich für Hälfte zwei vornahm, etwas mutiger zu agieren.
Das klappte gut, die Partie wurde etwas ausgeglichener, Mendig hatte auch Offensivaktionen. Vorm 1:2 beispielsweise durch Heinemann, der nach Balleroberung allein aufs Tor zulief, allerdings dann viel zu schwach abschloss (50.).
Mendiger Risiko wird nicht mehr belohnt
Nach dem 1:2 passierte das, was meist in engen Partien passiert: Mendig ging mehr ins Risiko, Morbach bekam Räume und nutzte die nach 73 Minuten, als der schönste Spielzug der Partie über Lorenz und Schell bei Marcel Schultheis landete, der zum 1:3 vollendete. „Kompliment an die Jungs, dass sie sich auch danach nicht aufgegeben haben“, so der Mendiger Trainer, der noch einige Chancen, darunter einen Lattentreffer von Teodor Slavov, und noch ein Tor durch Nikolas Groß nach einer Ecke (88.), aber eben kein Happy End sah.
SV Eintracht Mendig – FV Morbach 2:3 (1:1)
Mendig: Fogolin – Koch (69. Slavov), Stalph, Eberhardt (88. Dieterle), Groß – Wengenroth – Thelen, Medic (63. Ramic), Heinemann (90.+4 Maas), Montermann – Mitel.
Morbach: Görgen – Marcel Schultheis, Haubst, Petry, Böhnke – Martin Schultheis, Kahyaoglu – Schurich (76. Meeth), Schell, Molitor (76. Kaiser) – Lorenz (86. Da Veiga).
Schiedsrichter: Manuel Mück (Arzheim).
Zuschauer: 135.
Tore: 1:0 Kodai Stalph (17.), 1:1 Noah Lorenz (45.), 1:2 Sebastian Schell (55.), 1:3 Marcel Schultheis (73.), 2:3 Nikolas Groß (88.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Yusuf Kahyaoglu (83./Morbach).
Quelle: Rheinzeitung
Im Nachholspiel bezwangen die Hunsrücker am Mittwochabend den SV Eintracht Mendig mit 3:2. Ein Doppelpack von Sebastian Schell (45., 58.) und der Treffer von Marcel Schultheis (76.) ebneten den Weg zum Sieg. Auch Gelb-Rot für Yusuf Kahyaoglu (85.) kurz vor dem Ende konnte die Kombination aus Morbach und Monzelfeld nicht mehr stoppen. „Die Jungs haben es super gemacht und sich nach dem frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben uns von der Hektik, die Mendig auf den Platz bringen wollte, nicht anstecken lassen und unser Spiel vor allem im zweiten Durchgang richtig gut durchgezogen“, meinte FVH-Coach Philipp Frank.
Quelle: Volksfreund
Das war die Vorschau
Wiederholung nach Abbruch

Nach 55 Minuten war Schluss. Erst wurde die Partie zwischen dem SV Eintracht Mendig um Kapitän Niklas Heinemann und der FV Morbach mit Spielführer Sebastian Schell unterbrochen, 20 Minuten später komplett abgebrochen. Der neue Anlauf geht am Mittwochabend über die Bühne.
Nein, Schnee ist am Mittwochabend nicht zu erwarten. Mit Regen und Temperaturen von rund sechs Grad müssen diejenigen, die sich den zweiten Anlauf des Fußball-Rheinlandligaspiels zwischen dem SV Eintracht Mendig und der FV Morbach um 20 Uhr ansehen wollen, allerdings schon rechnen. Mit Blick aufs Wetter könnten die Voraussetzungen fürs Wiederholungsspiel – im ersten Anlauf war die Partie wegen anhaltender Schneefälle beim Stand von 1:3 aus Sicht der Gastgeber abgebrochen worden – also besser sein. Mit Blick aufs Mendiger Personal allerdings auch.
Heinemann, Kanoute und Zimmer drohen auszufallen
Wer es positiv sehen möchte, der könnte zumindest die Tatsache hervorheben, dass der SV mit elf Mann ins Spiel gehen wird. Das war zwar vor rund eineinhalb Wochen auch erst einmal so, allerdings flog dann Keeper Robin Rohr wegen einer Tätlichkeit vom Platz, aus der 1:0-Führung wurde bis zum Abbruch ein 1:3. Rohr wird seinem Team fehlen, er wurde, weil Wiederholungstäter, für insgesamt vier Spiele gesperrt, die Partie gegen Morbach ist erst die zweite. Die Langzeitverletzten Leonard Zerwas und Max Bernads sind natürlich noch nicht dabei, zudem gibt es drei große Fragezeichen: Niklas Heinemann und Dama Kanoute könnten es aus beruflichen Gründen nicht rechtzeitig zum Spiel schaffen, Pascal Zimmer könnte privat verhindert sein. „Wenn uns alle drei ausfallen, dann bekommen wir das qualitativ nicht ersetzt“, findet Coach Damir Mrkalj deutlich Worte. Verständlicherweise. Immerhin droht ihm da eine komplette Achse wegzubrechen, Alternativen, gerade in der Defensive, sind rar gesät. Auch Florian Schlich dürfte keine sein, die zweite Mannschaft, mit ihr auch Schlich, befindet sich bereits in der Winterpause.
„Wenn uns alle drei ausfallen, dann bekommen wir das qualitativ nicht ersetzt.“
Mendigs Coach Damir Mrkalj
Die Laune könnte also durchaus besser sein bei Mrkalj, der trotz der schwierigen Situation vor allem eins fordert: „Punkte, Punkte, Punkte.“ Sein Team hat mit Morbach und am kommenden Wochenende Wirges noch zwei Heimspiele vor der Brust. Wäre „Wünsch dir was“, würde sich der Trainer die maximale Ausbeute wünschen, auch vor dem Hintergrund, dass das vergangene Wochenende weit weg davon war, ein Eintracht-Mendig-Wochenende gewesen zu sein. Der SV ging nach starker erster und mindestens genauso schwacher zweiter Hälfte bei der SG Schneifel mit 1:6 baden, die direkten Konkurrenten Linz, Rübenach und Laubach punkteten, sodass es mittlerweile nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sind.
Ob Morbach da zur rechten Zeit kommt? Die Frage kann auch Mrkalj nicht beantworten, weiß aber aus dem ersten Anlauf, dass sein Team genau das geliefert bekommen hat, was er erwartet hatte: einen kompakten Gegner, der gefällig nach vorne spielt und da auch die nötige Durchschlagskraft mitbringt. Und offensiv trifft die FV auf eine Defensive, die zuletzt sehr fehleranfällig war. Zu viele Böcke waren drin, die zu vielen Gegentoren geführt hatten. Dass da jetzt auch noch weitere Ausfälle drohen, macht die Situation, wie gesagt, nicht besser. Vielleicht wird ja beides besser als prognostiziert, Wetter und Personal.
Quelle: Rheinzeitung
Ohne große Emotionen will die FV Hunsrückhöhe Morbach das Nachholspiel am Mittwoch ab 20 Uhr beim SV Mendig angehen. Am Sonntag vor einer Woche war das Duell zum Ärger der Gäste nach rund einer Stunde beim Stand von 1:3 wegen der einsetzenden Schneefälle abgebrochen worden. Laut Trainer Philipp Frank ist die „Ausgangssituation natürlich nicht mehr so, wie wir sie uns im letzten Spiel erarbeitet haben“. Dennoch konzentriere man sich in erster Linie darauf, erneut die eigene Leistung abzurufen. „Wir gehen die Partie bei null an und reisen nicht mit Wut dorthin. Das würde es für uns nur schwerer machen, den Fokus auf das Spiel an sich zu halten. Trotzdem ist die Motivation extrem hoch“, so Frank weiter.
Quelle: Volksfreund - FuPa.net

















