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Morbach gewinnt Derby in Kirchberg | Spielbericht

17. September 2026

2:4 gegen die FV Morbach
Kirchberg kassiert im Derby sechste Saisonniederlage

Sieben Spiele, sechs Niederlagen, so die Bilanz des TuS Kirchberg in der Fußball-Rheinlandliga. Die Mannschaft von Selim Denguezli musste sich im Derby der FV Morbach vollkommen verdient mit 2:4 geschlagen.

Allerspätestens nach 55 Minuten war die Hoffnung, dass das Derby gegen die FV Morbach dafür herhalten könnte, die Durststrecke zu beenden, dahin. Da nämlich erzielte Noah Lorenz per abgefälschter Bogenlampe das 0:4 aus Sicht des TuS Kirchberg, dessen sechste Saisonniederlage in der Fußball-Rheinlandliga damit besiegelt war. Daran änderten auch zwei späte Treffer nichts mehr, denn die waren bei der 2:4-Niederlage in erster Linie mal Ergebniskosmetik. Zumindest auf dem Papier. Denn für Coach Selim Denguezli waren sie durchaus auch ein Zeichen dafür, dass da noch Leben in seiner Mannschaft ist, dass die sich eben nicht aufgibt, nicht auseinanderfällt, auch wenn die Widerstände groß sind, die Bürde im Prinzip schon zu hoch ist.

Diese Bürde hatte sich der TuS aber vor allem in den ersten 45 Minuten aufgelastet, denn da sahen die Gastgeber nur wenig Land gegen einen Gegner, der mehr Tempo, mehr Ballsicherheit und die deutlich bessere Zweikampfquote auf den Platz brachte. Da konnte es dann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hausherren durch Casian Samoila, der frei vor Yannick Görgen im Morbacher Tor auftauchte, den Ball aber über den Kasten donnerte, die erste Chance der Partie hatten (1.). Denn im Anschluss spielten nahezu nur noch die Gäste, nutzten vor allem ihren Tempovorteil auf den Außen ein ums andere Mal. Auch wenn über die linke Seite mit Matthias Heck und dem Liesenicher Benjamin Massmann nicht alles funktionierte, so funktionierte doch genug, um immer wieder Unruhe zu stiften, um gefährliche Aktionen zu kreieren.
Individuelle Fehler führen zu den ersten Gegentoren

Der erste Treffer fiel auch über links, zumindest in Teilen, denn nach einer Flanke von der linken Seite köpfte Maximilian Schemer den Ball aus spitzem Winkel ins kurze Eck (26.). Vielleicht sah Johannes Kappel, der für Stammkeeper Tizian Christ gegen seinen Ex-Verein zwischen die Pfosten gerückt war, da nicht ganz glücklich aus. Allerdings gab es auch Situationen, in denen er seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand bewahrte. So nach 32 Minuten, als Massmann nach einem Stellungsfehler in der Kirchberger Defensive allein vor ihm stand und er im direkten Duell Sieger blieb. Im zweiten Anlauf machte es Massmann dann besser. Die Gäste hatten von einem Ballverlust Ferdinand Sahms profitierte, Schemer die gesamte Defensive mit einem Schnittstellenpass ausgehebelt und Massmann den Ball an Kappel vorbei eingeschoben (45.+2).

Mit einer Umstellung von Fünfer- auf Viererkette hatte der TuS zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Zugriff über die Außen bekommen, die Fehler aber eben nicht komplett abgestellt. „So wiederholen sich die Verläufe Woche für Woche“, sagte Denguezli, der erneut von Beginn an im defensiven Mittelfeld aufgelaufen war. Es waren die Fehlpässe, es war aber auch allzu oft das Nachsehen in den Zweikämpfen. So auch zwei Minuten nach Wiederanpfiff, als Schemer seinen Gegenspieler an der Grundlinie viel zu einfach aussteigen ließ und den Ball, erneut aus spitzem Winkel, an Kappel vorbei ins Tor schob. Die Vorentscheidung.

„Ich habe heute eine intakte Mannschaft gesehen.“

TuS-Trainer Selim Denguezli

Den Deckel drauf machte dann Lorenz mit seinem abgefälschten Bogenlampentor, der irgendwie sinnbildlich für die Kirchberger Situation war. „Wahnsinn, dass der reingeht“, so Denguezli. Dessen Mannschaft steckte nicht auf, profitierte aber sicher auch davon, dass die Gäste den einen oder anderen Gang zurückschalteten und ein wenig die Ordnung verloren. „Das ist der Punkt, an dem wir noch lernen müssen, dass wir das dann durchziehen, zu null spielen“, so Morbachs Coach Pascal Meschak, dessen Team noch zwei Gegentore kassierte, einmal durch Jannik Auler zum 1:4 (74.), einmal durch Jannick Rode zum 2:4 (90.+3). Zu dem Zeitpunkt spielte der TuS schon zu zehnt, nach fünf Wechseln hatte Jonas Heimer verletzungsbedingt runtergemusst. Irgendwie kommt gerade alles zusammen in Kirchberg und doch ist Aufgeben, das macht Denguezli deutlich, keine Option. „Ich habe heute eine intakte Mannschaft gesehen.“ Intakt, aber zumindest in Hälfte eins auch dem Gegner nicht gewachsen.
TuS Kirchberg - FV Morbach 2:4 (0:2)

Kirchberg: Kappel - Özer (60. Jannasch), Reifenschneider (56. Weiß), Rode, Sehn-Henn (65. Berg), Spengler - Sahm (79. D. Müller), Denguezli - Heimer - Samoila (60. Auler), N. Wilki.

Morbach: Görgen - Abend, Haubst (13. Schultheis), Schell (88. Berisha), Heck - Kappes, Kunz - Schemer (65. Süß), Meeth, Massmann (79. Dieterich) - Lorenz (75. Herlach).

Schiedsrichter: Jason Lieser (Hetzerath).

Zuschauer: 180.

Tore: 0:1 Sebastian Schemer (26.), 0:2 Benjamin Massmann (45+2.), 0:3 Schemer (47.), 0:4 Noah Loenz (55.), 1:4 Jannik Auler (74.), 2:4 Jannick Rode (90.+3).
Quelle: Rheinzeitung

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