
| Im
Gespräch mit Oleg Tintor (06.12.11) |
Oleg
Tintor,
|
Hallo
Oleg,
dein Wechsel kam jetzt doch sehr überraschend.
Was war denn da zuerst. Das Huhn oder das Ei?
In deinem Fall, kam die SG Wil/Lüx auf dich zu oder gingst du auf die
SG zu?
Oleg:
Die SG Wittlich-Lüxem (in Person von Frank Meeth) ist nach dem Karbachspiel
zuerst auf mich zugekommen.
Vor gut einem Jahr hattest du mir ja schon mal erzählt,
dass du bereits im Sommer 2011 zu 99,9 % deine Zelte wegen der Familie in
Morbach abbrechen wolltest.
Ich sagte da noch, naja, da bleibt ja noch 0,1 % Hoffnung auf ein Verbleiben.
Hast du deine damalige Entscheidung, doch noch ein Jahr in Morbach zu bleiben
jetzt bereut?
Oleg:
Auf keinen Fall. Mir ist ja auch bis Montagabend (28.11.) gar nicht in den
Sinn gekommen, den SV Morbach frühzeitig zu verlassen.
Ich habe immer gern für den SV Morbach gespielt und den großen
Aufwand habe ich gerne in Kauf genommen, da es mir wirklich
großen Spaß auf´m Hunsbuckel gemacht hat.
Jetzt möchte natürlich jeder wissen was am Montagabend war.
Oleg:
Nach dem Montagtraining hatte ich noch ein Gespräch mit Rainer Nalbach.
Aber nach dem Gespräch blieb mir persönlich nichts anderes übrig
als den Verein zu verlassen.
Aber ich möchte ganz klarstellen, dass der SVM und ich nicht im Streit
auseinander gehen.
Was
war denn nun das Ausschlaggebende?
Oleg:
Rainer hatte mir seinen Standpunkt klar gemacht und wollte bereits einen Tag
später eine Entscheidung von mir, ob ich diesen Weg weiter mit ginge.
Das kam alles ziemlich überraschend für mich.
Ich habe Rainer dann erklärt, dass ich mich auf der "6er“ Position
wohler fühle und dort der Mannschaft mehr helfen kann als auf der "10er".
Aber auf der “6er“ Position sieht mich Rainer jedoch nicht und er erklärte
mir, dass ich auf dieser Position auch kein Spiel mehr machen würde.
Und wann hast du deine Entscheidung mitgeteilt?
Oleg:
Am Dienstag (29.11.) hatte ich dann Kevin und Rainer meine Entscheidung mitgeteilt.
Danach hatte ich mich nochmal mit Frank Meeth und Harald Wehlen, dem sportlichen
Leiter, getroffen und der Wechsel nach Lüxem war perfekt.
Ich freu mich jedenfalls auf die neue Herausforderung!
Und hoffe, dass wir uns nächste Saison in der Rheinlandliga wiedersehen.
Nach dem Gespräch mit Rainer blieb mir auch nichts anderes übrig
als mich nun so zu entscheiden.
Da es auch definitiv mein letztes Jahr in Morbach gewesen wäre, freue
ich mich,
dass ich jetzt schon mehr Zeit für Petra und Ella (Freundin und Tochter)
haben werde, da der Fahraufwand halt nicht mehr so groß ist.
Finde es aber auch sehr schade, den SV Morbach zu verlassen, weil ich 4,5
schöne Jahre hier hatte.
Ich denke,
dass wir deinen Wechselgrund somit auch genügend erklärt haben.
Reden wir noch bisschen über die Zeit beim SVM.
Du hast es ja schon angespochen mit den 4,5 Jahren.
Was hat dir persönlich die Zeit in Morbach gebracht?
Oleg:
Ich hatte wirklich eine super Zeit in Morbach. Ich habe viele neue Freunde
in Morbach gefunden.
Klar war es für mich eine Umstellung von Salmrohr nach Morbach. Morbach
ist wie eine große Familie, dass hat mich sehr beeindruckt.
Ich habe noch nie erlebt, dass es so viele freiwillige Helfer in einem Verein
gibt, wie man es in Morbach vorfindet.
Das Umfeld ist super (Rasenplatz + Kunstrasenplatz, schönes Vereinshaus)!!!
Bereue keine Sekunde, dass ich vom FSV Salmrohr nach Morbach gewechselt bin.
Ja dein
Wechsel 2007, zusammen mit Flecki vom Oberligaabsteiger war schon eine kleine
Sensation seinerzeit beim SVM.
Und ich denke dass ein Oleg Tintor dazu beigetragen hat, dass der SVM nach
aussen ein ganz neues Erscheinungsbild erlangt hat und sich
mittlerweile Spieler beim SVM einfinden, bei denen man vor fünf Jahren
sich noch garnicht getraut hätte anzufragen.
Wie siehst du denn die Entwicklung seit 2007 beim SVM?

Oleg bei seinem ersten Spiel
für den SVM 2007 in Betzdorf
Oleg:
Dass ich 2007 nach Morbach gewechselt bin, hatte größtenteils mit
Arno zu tun.
Und ich denke, dass ging noch mehreren Spielern so (Flecki, Dave und wie sie
alle heißen).
Vor meiner Zeit waren hauptsächlich nur Spieler aus dem Morbacher Raum
im Verein.
Ich denke, der SVM hat eine gesunde Mischung mit auswärtigen Spielern
und Spielern aus Morbach gefunden.
Um höherklassig zu spielen, bedarf es auch Spieler, die nicht nur aus
der EG sind und der Verein findet auch auswärtige Spieler, die sich schnell
mit dem Verein identifizieren. So ging es mir zumindest sofort!!!

Oleg und Stefan waren immer für einen Spass zu
haben
Es waren auch schon mal vor deiner Zeit, so Ende
der Neunziger, mehr Spieler von Ausserhalb in der Mannschaft.
Aber sie hatten nicht das Kaliber wie es momentan in der Breite beim SVM vorhanden
ist.
Jetzt hast du das Thema Arno angesprochen.
Ohne irgendeinem Trainer nach Arno auf die Füße treten zu wollen.
Aber braucht der SVM nicht wieder einen Trainer vom Schlag eines Arno Michels,
der den Verein im Gesamten nochmal ein Stückchen weiter bringt?
Oleg:
Das denk ich nicht unbedingt. Klar ist Arno eine Klasse für sich gewesen.
Aber wir hatten nach Arno mit Sascha Meeth und Thorre auch 2 richtig gute
Trainer, die ihre Sache auch super gemacht haben.
Gruß an die Beiden von dieser Stelle! :-)
Seit
Arno´s Weggang hatte ich den Eindruck, dass aber das ganze Umfeld etwas
stagniert hat und somit auch das Sportliche nicht entscheidend weiter voran
ging.
Ist meine Meinung, fühle mich aber auch durch Gespräche hier und
da bestätigt.
Wie siehst du die Gesamtentwicklung nach Arno?
Oleg:
Ich bin deiner Meinung. Nach Arnos Weggang ist es ein wenig stagniert. Allein
was Arno noch zusätzlich in die Jugendarbeit investiert hat ist ungemein.
Aber mit Uwe Hartenberger, denke ich, gibt es jetzt einen in Morbach der die
Rolle auch sehr gut ausfüllt.
Bei den Senioren denke ich nicht unbedingt, dass es stagniert ist.
Wir haben immer eine gute Rolle in der Rheinlandliga gespielt, auch ohne Arno.
Dass es nie zum Aufstieg gelangt hat, lag dann an Nuancen.
Ja
genau, und zwar denke ich, dass sich einige Spieler nicht an Oleg Tintor vorbei
trauten und somit hinter ihrem eigentlichen Leistungsvermögen blieben.
Dass deutlich mehr Potenzial in der Mannschaft steckt hat sie oft genug bewiesen.
Und das ein Robert Jung den Morbacher Kader für stärker hält
als den des FSV Salmrohr, sagt ja wohl alles.
Jetzt meine Frage an dich. Glaubst du dass sich einzelne Spieler nach deinem
Weggang deutlich mehr in den Vordergrund spielen können?
Oleg:
Das denk ich schon. Es wär ja auch nur ein Alibi zu sagen, dass einige
Spieler sich hinter mir verstecken.
Einen Leader, wenn man mich so bezeichnen will, hat der SV Morbach dann immer
noch.
Eloy, Palmito, Torsten, Heiko... können die Mannschaft auch führen,
da sehe ich nicht das Problem.
Wenn diese besagten Spieler einen Maurice, Marco und auch Jan weiter führen,
dann seh ich in diesen Spielern noch viel Potential.
Dadurch kann der Kader noch stärker werden.
Ich werd mir das aus der Ferne natürlich weiterhin angucken!!!
Oleg als Kapitän
Ich werde mir aus der Ferne auch deinen weiteren
Werdegang ansehen.
Und wehe du läufst auf der “10er“ Position herum, dann komme ich persönlich
vorbei und werde dir in den Allerwertesten treten.
Apropo 10, deine Lieblingsnummer ist doch schon vergeben, oder wird Sascha
sie dir freiwillig überlassen?
Sascha und Oleg bald wieder vereint
Oleg:
Das ist schon geklärt. Sascha bekommt dann die 12 oder so!!!
Ne Quatsch. Die Rückennummer ist mir egal. Muss mich da wohl unterordnen.
Aber Sascha ist ja ein guter Kollege und wird mir sein Trikot mit Sicherheit
abgeben oder Sascha?
Geplant bin ich bis jetzt nicht auf der “10“, Udo!!!
Am Samstag spielt übrigens die Zwote bei deinem
neuen Verein.
Welch ein Zufall, und da du ja bisher immer ein Spiel mit der Zwoten gemacht
hast, wäre das ja dann deine letzte Gelegenheit.
Oleg:
Ganz ehrlich, bei dem Spiel muss ich nicht unbedingt dabei sein.
Ich guck mir das Spiel lieber von außen an.
Da bist du aber leicht im Zwiespalt, wem wirst du denn die Daumen drücken?
Oleg:
Im Moment bin ich zwar noch für den SV Morbach tätig, aber
eigentlich drücke ich beiden Mannschaften die Daumen!!!
Ich würde mich daher auf ein gutes Spiel meiner neuen und meiner alten
Mannschaft freuen.
Aber nach dem Spiel am Sonntag gegen Bad Breisig befasse ich mich ganz mit
der SG Wittlich-Lüxem und greife dann da an.
Also wenn ich Trainer wäre, würde ich
dich am Samstag in Wittlich extra aufstellen. (Ha,Ha)
Kommen wir zum Ende, am Sonntag nun dein letztes Spiel für den SVM. Mit
welchen Gefühlen wirst du in die Partie gehen?
Oleg, der auch neben dem Platz immer ansprechbar
war
Oleg:
Es wird mit Sicherheit ein komisches Gefühl sein.
Das muss ich aber die 90 Minuten ausblenden, weil ich der Mannschaft helfen
will das letzte Spiel im Jahr 2011 zu gewinnen.
Dann ist auch nochmal Luft nach unten und die Mannschaft kann dann in der
Winterpause ein wenig beruhigter arbeiten.
Dass es so zum Ende kommt hätte ich vor 1-2 Wochen selbst nicht gedacht.
Aber nun ist es so.
Ich freu mich jetzt aber auch schon riesig auf meine neue Herausforderung
mit der jungen Truppe um den Aufstieg zu spielen.
Daran
hätte dich in Morbach auch keiner gehindert. (Grins)
Von mir persönlich nochmal alles Gute und vielen Dank für die netten
Gespräche mit dir in all den Jahren!
Oleg:
Zum Schluß will ich mich bei allen Morbachern (Trainer, Mannschaft,
Betreuer, Vorstand, Homepage-Team, Fans und allen anderen) für die schöne
Zeit in Morbach bedanken.
Werde den Verein und das Umfeld immer in besten Gedanken halten.
Drücke der Mannschaft die Daumen, dass sie ihr ganzes Potential in der
Rückrunde abruft und noch ein paar Plätze gutmachen kann. Denn ein
9.Platz ist mit dieser Mannschaft ein No-Go!
Die Ergebnisse werde ich dann in Zukunft weiterhin auf der besten Homepage
verfolgen.
Und wer weiss, vielleicht sieht man sich ja schneller als man denkt.
Ja mit Sicherheit.
Und wenn es mal irgendwann eine Traditionsmannschaft oder ein SVM-All-Star-Team
geben wird,
wird der Name Oleg Tintor sicher nicht fehlen.
Oleg:
All-Star-Team wär der Höhepunkt meiner Karriere.
|
Vielen
Dank für Alles |
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Gruß
"Capitano" Ol
Für das Gespräch bedankt sich Udo Greweling
© svmorbach2011